Sehenswert: der Dracaeno draco – der Drachenbaum von Teneriffa

In Icod de los Vinos – einem Ort im Norden der Insel Teneriffa – finden Sie ein lebendes Fossil. So jedenfalls wird das baumartige Gewächs, bei dem es sich jedoch nicht wirklich um einen Baum handeln, hier gerne bezeichnet. Uralt soll er sein, der Kanarische Drachenbaum, der zur Familie der Spargelgewächse gehört. Manch einer meint das Alter des Drachenbaums zu kennen und ist davon überzeugt, dass das wundervolle Gewächs bereits seit 1000 Jahren auf der Vulkaninsel steht. Einige Wissenschaftler jedoch sind da ganz anderer Meinung und halten die baumartige Pflanze für wesentlich jünger. Die Verzweigungen der Pflanze – sowie auch die Abstände der Blühperioden – lassen, so die Wissenschaftler, darauf schließen, dass der Drago Milenario, was übersetzt nichts anderes als „der tausendjährige Drachenbaum“ bedeutet, seinen Namen zu Unrecht trägt.

Das tatsächliche Alter des Dragos von Icod de los Vinos wird nun auf nur noch 400 Jahre geschätzt. Dennoch ein beachtliches Alter, finden Sie nicht auch? Zudem hat der Drachenbaum von Icod eine durchaus beachtliche Höhe von mehr als 16 Metern erreicht, einen Stammumfang von rund sechs Metern und eine faszinierende, breit gefächerte Krone. Der Drago ist eine wahrhaft imposante Erscheinung! Und so ist es kein Wunder, dass die gigantische Pflanze längst als (botanisches) Wahrzeichen Teneriffas gilt. Übrigens: Auch auf La Palma und Gran Canaria sind alte Drachenbaumbestände zu finden. In freier Natur sind die Standorte der Drachenbäume jedoch meist nur sehr schwer zugänglich, da sie sich oft in den Felsenlandschaften befinden. Inzwischen findet man die Dragos vermehrt als Kulturpflanzen in Gärten.

Er blüht nur dann, wenn er es will!

Der Ordnung halber nennen wir den Drachenbaum im weiteren Verlauf dieses Textes nun nicht mehr „Drago Milenari“, sondern benennen ihn fortan mit seinem botanischen Namen „Dracaeno draco“. Ab und an beglückt der Drachenbaum seine Betrachter mit hübschen Blüten, aus denen dann später orange Beeren entstehen. Wann er das jedoch tut, lässt sich nicht voraussagen. Der Drago blüht eben tatsächlich nur dann, wenn er es für richtig hält – und das ist leider nur all zu selten der Fall! Sollten Sie das Glück haben, das Spargelgewächs in voller Blüte zu sehen, so sollten Sie unbedingt ein paar Bilder machen, um das besondere Ereignis für die Zukunft festzuhalten. Wer weiß, wann (und ob) sich diese Gelegenheit noch einmal wiederholen wird! Gut zu wissen: Bevor der Drachenbaum zum ersten Mal erblüht, muss er ein Alter von etwa 8 bis 11 Jahren erreicht haben. Mit etwas Glück kann man dann - in Abständen von etwa 15 Jahren – die weiß-grünlichen Blüten des Spargelgewächses bewundern. Läuft alles nach Plan, so reicht die seltene Blütezeit des Dragos vom Juli bis in den Monat August hinein.

Sagen und Legenden

Es gibt viele spannende und unterhaltsame Legenden, die sich um den Drachenbaum ranken. Die wohl interessanteste – wenn auch die traurigste – aller Legenden, ist die folgende: Eine alte Überlieferung besagt, dass der kanarische Drachenbaum ein direkter Nachkomme des Drachen Ladón sein soll. Ladón hatte 100 Köpfe und soll der Legende nach, den Baum der Jugend bewacht haben. Der einzigartige Baum, an dem 12 goldene Äpfel hingen, befand sich im Garten der Hesperiden (der Nymphen der griechischen Mythologie). Alles war in bester Ordnung – und das wäre es auch sicher geblieben – wäre nicht Herakles (besser bekannt als Herkules) in den Garten eingedrungen und hätte dem Drachen Ladón all seine Köpfe abgeschlagen, um die kostbaren Äpfel des Baumes der Jugend zu stehlen. Der Garten der Hesperiden, so wird es in der Sage beschrieben, soll im Westen – dort, wo die Sonne untergeht - gelegen haben. Gemeint waren damit die Kanarischen Inseln. Auch wenn der arme Drache Ladón das Drama überlebte - und auch all seine Köpfe wieder nachwuchsen - so blutete er doch recht stark. Doch seine Bluttropfen versickerten nicht vergebens im Erdboden, denn aus ihnen entstand neues Leben: Ladóns Blut brachte die ersten Drachenbäume hervor. Die Besonderheit des Dracaeno draco, aus abgebrochenen (oder abgeschnittenen) Trieben stets neu auszutreiben, gleicht dem Nachwachsen der abgeschlagenen Drachenköpfe in der Legende. Übrigens: Würde man den Drachenbaum mit einem spitzen Gegenstand verletzen – was man selbstverständlich nicht tun sollte – so würde rotes Harz aus ihm heraus laufen. Drachenblut!

Vor siebenköpfigen Drachen fürchte dich nicht,

aber fürchte dich vor Heuchlern, welche Reden einholen und austragen;

denn was solche Menschen im Augenblick Übles getan, kannst du im Jahre nicht wieder gutmachen!

Zitat aus dem Buch des Kabus (qabus-nama)

Wollen Sie den Drachenbaum von Icod de los Vinos besichtigen?

Sie finden den sehenswerten Dracaeno draco im botanischen Garten von Icod, dem Parque Andres de Lorenzo Caceres, wo er sich nahezu majestätisch über das Gelände der Parkanlage erhebt. Kein Wunder, dass man hier – zu Ehren des spektakulären Gewächses – den Eingangsbereich des botanischen Gartens als Drachenbaumhaus gestaltet hat. Im Drachenbaumhaus erhalten Sie nicht nur die verschiedensten Andenken und Souvenirs, Sie können hier auch leckere Inselspezialitäten erwerben (vielleicht für ein leckeres Picknick im Park) oder an einer kostenlosen Weinprobe teilnehmen. Der Parque Andres de Lorenzo Caceres hat jedoch noch einen weiteren erwähnenswerten Eingang. Nutzen Sie diesen zweiten Eingang, so gelangen Sie durch eine (echte) Vulkanhöhle in den botanischen Garten. Bleibt nur noch zu sagen, dass die Parkanlage insgesamt sehr schön und gepflegt ist.

Die Öffnungszeiten:

Der Parque Andres de Lorenzo Caceres ist täglich geöffnet. Sie können ihn von Montag bis Sonntag in den Zeiten von 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr besuchen. Die Eintrittsgebühr liegt bei rund 4 Euro.  

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