Magisches Teneriffa: die Pyramiden von Güímar

Blick auf die Pyramiden von GüimarIn der kleinen Stadt Güímar – traumhaft gelegen an der Südostküste Teneriffas – gibt es eine besondere Sehenswürdigkeit zu entdecken: Sechs stufenförmig errichtete  Pyramiden. Die rechteckigen Bauwerke bestehen aus aufgeschichteten (und größtenteils unbearbeiteten) Lavasteinen. Hilfsmittel zur Stabilisierung, wie zum Beispiel Mörtel, wurden bei der Erbauung nicht verwendet. Interessant ist, dass die einzelnen Schichten der Stufenpyramiden auf verschiedene Entstehungszeiten hinweisen, wobei die früheste der Schichten auf das 19. Jahrhundert datiert werden kann.

Unbeachtetes Kulturgut

Bis der norwegische Entdecker und Forschungsreisende Thor Heyerdahl sich den spektakulären Bauwerken widmete, interessierte sich auf Teneriffa kaum jemand für sie. Im Gegenteil, die Pyramiden wurden aufgrund ihrer Lage als störend empfunden, denn sie befanden sich inmitten einer Fläche, die landwirtschaftlich genutzt wurde.

So wurden drei (der ursprünglich neun) magischen Stufenpyramiden kurzerhand abgerissen. Von der neu dazugewonnenen Fläche und dem Material (das sich hervorragend für andere Bauvorhaben eignete), profitierten die Insulaner weit mehr, als von den Pyramiden, von denen damals ohnehin niemand etwas wissen wollte.

Die Pyramiden als Forschungsprojekt

Der Norweger Thor Heyerdahl erklärte die Stufenpyramiden von Teneriffa zu seinem letzten großen Forschungsprojekt. Im Jahre 1990 begann Heyerdahl mit den Ausgrabungsarbeiten in Güímar. Er wollte beweisen, dass ein Zusammenhang zwischen der Errichtung der Pyramiden in vorspanischer Zeit und den kulturellen Einflüssen Südamerikas besteht.

Obgleich sich diese Theorie nicht bestätigte, waren die Ergebnisse der Ausgrabungen von großer kultureller und geschichtlicher Bedeutung. So wurde unter einer der Pyramiden eine Lava-Höhle entdeckt, in der Objekte gefunden wurden, die eindeutig der Zeit der Guanchen zugeordnet werden konnten.

Ein besonderer Fund, der jedoch leider keinen Hinweis auf das Alter der Pyramiden lieferte, sondern lediglich darauf hinwies, dass die Höhlen von Güímar einst von den Ureinwohnern der Vulkaninsel bewohnt wurden.

Ebenso wie das genaue „Baujahr“ der Stufenpyramiden, ist auch deren ursprünglicher Zweck gänzlich unbekannt. Obgleich es natürlich die verschiedensten Theorien gibt.

Der Park der Stufenpyramiden

Nach Abschluss der Ausgrabungsarbeiten, im Jahre 1998, wurde die Ausgrabungsstätte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf einer Fläche von rund 65.000m² entstand der Park der Pyramiden. Hier können die Besucher nicht nur die Pirámides de Güímar besichtigen, sie finden hier auch ein Museum, in dem es viele interessante Exponate, aus längst vergangenen Zeiten, zu besichtigen gibt. Weiterhin können interessierte Park- und Museumsbesucher sich hier umfassend über das Leben und Schaffen Thor Heyerdahls informieren.

Ein faszinierendes Erlebnis: Die Sommersonnenwende in Güímar

Auch über den Bezug der Pyramiden zu astronomischen Phänomenen, wie zum Beispiel der Sommersonnenwende, gibt es im Park der Pyramiden einiges zu erfahren. Ein interessantes Thema, mit dem man sich einmal beschäftigt haben sollte. Zumal am Tag der Sommersonnenwende, dem 21. Juni, vom Standort der Pyramiden aus, das Phänomen des doppelten Sonnenuntergangs zu beobachten ist.

Ein tolles Naturschauspiel!

Innerhalb weniger Minuten lässt sich, von der Hauptachse der Pyramiden aus, beobachten, wie die Sonne hinter einem Berg untergeht, um kurz darauf wieder für einen kurzen Moment aufzusteigen, bevor sie sich schließlich endgültig verabschiedet und von der Bildfläche verschwindet.

Sollten Sie also zur Zeit der Sommersonnenwende auf Teneriffa sein, so sollten Sie den Park der Pyramiden in Güímar besuchen, um das beeindruckende Schauspiel „live“ mitzuerleben.

Wir wünschen Ihnen magische Momente!



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