Schön und traditionell: Teneriffas Trachten im Überblick

Wenn Sie auf Teneriffa schon einmal eine Fiesta oder eine Romería besucht haben, dann werden Ihnen sicher die wundervollen Trachten der Einheimischen aufgefallen sein. Auf Teneriffa und auf den anderen Inseln des kanarischen Archipels, werden zu jedem traditionellen Fest Trachten getragen. Die farbenfrohe Kleidung ist eines der Highlights auf vielen Veranstaltungen. Die Tinerfeños tragen ihre Trachten voller Stolz – man sieht Ihnen an, wie wichtig ihnen die Geschichte ihrer Heimat ist, wie sehr sie ihre Insel lieben und mit wie viel Hingabe sie ihre alten Bräuche und Traditionen am Leben erhalten.

Die Geschichte der Trachten

Auf allen Kanarischen Inseln gibt es die verschiedensten Trachten. In jedem einzelne Dorf, in jeder Gemeinde und in jeder, der unterschiedlichen Regionen, sieht die traditionelle Kleidung ein wenig anders aus. Das liegt unter anderem an der Epoche, aus der die Trachten stammen und wurde zum Teil auch von den Tätigkeiten der Menschen beeinflusst. Wurde die traditionelle Kleidung zum Beispiel bei der Arbeit getragen, so war es wichtig, dass sie praktisch und bequem war. Ein weiterer wichtiger Punkt, der die Gestaltung der Trachten prägte, lag auch bei auch Kosten. In Zeiten, in denen die Armut auf den Kanarischen Inseln teils groß war, musste die Tracht nicht nur bezahlbar, sonder auch widerstandsfähig und langlebig sein.

Trajes tradicionales & Trajes típicos - die Unterschiede

Die traditionellen Trachten – die trajes tradicionales – unterscheiden sich von den trajes típicos – den landestypischen Trachten. Während die traditionellen kanarischen Trachten auf eine lange Entstehungsgeschichte zurück blicken, handelt es sich bei den trajes típicos um eher standardisierte Kleidungsstücke, welche die Lebensart der Canarios widerspiegeln. Ein gutes Beispiel dafür ist die Tracht von La Orotava, die vor rund 70 Jahren entstand. Die Tracht versinnbildlicht hauptsächlich die Insel und wird bevorzugt (aus Werbegründen) auf weltweit stattfindenden Tourismusmessen getragen. Auch wenn die Besucher der Messen den Ort La Orotava und seine Traditionen nicht kennen, so hat die Kleidung einen hohen Wiedererkennungswert und steht als Symbol für die Kanarischen Inseln. Die auffällige Tracht verfügt über viele Details und Accessoires, die zwar schön anzusehen sind, jedoch keinen Nutzen haben. Die Kleidung soll vor allen hübsch und repräsentativ sein.

Bei der traditionellen Tracht dagegen, stehen der Nutzen und die Funktionalität im Vordergrund. Die Kleidung wurde rustikal gearbeitet und besticht durch ihre schlichte Einfachheit. Besondere Details oder auffällige Feinheiten sind bei der traje tradicionales nicht zu finden. So wurden meist schlichte und widerstandsfähige Stoffe verarbeitet. Gefärbt wurde mit natürlichen Farbstoffen, die zum Beispiel aus der Cochenilleschildlaus, aus Zwiebelschalen oder auch aus Feigen gewonnen wurden. Einige der Trachten – die selbstverständlich alle ausschließlich von Hand gearbeitet wurden – mussten robust und alltagstauglich sein, um bei der Arbeit zu bestehen. Andere Trachten dagegen wurden nur bei festlichen Anlässen (zum Beispiel bei Taufen oder Eheschließungen) getragen. 

Ganz klar, soviel Kleidung wie in der heutigen Zeit hatte früher niemand! Was man besaß, musste lange Zeit halten. Es musste praktisch und pflegeleicht sein. Die Trachten mussten lange halten, denn schließlich sollten Sie später noch an die Nachkommen vererbt werden. Die Kleidung wurde sorgfältig in großen Teakholz-Truhen verwahrt – es wäre undenkbar gewesen, die Kleidung äußeren Einflüssen auszusetzen, die ihr hätten schaden könne. Was wäre gewesen, wenn sich Motten über die Trachten hergemacht hätten? Eine Katastrophe!

Details & Farben: Feinheiten der Trachten

Wenn Sie die traje tipico mit der traje tradicionales vergleichen, wird Ihnen einiges auffallen. So ist bei der repräsentativen Tracht zu bemerken, dass zum Beispiel nur ein sehr kleiner Umhang zu ihr gehört. Sie sehen daran, dass es hier nur darum geht, ein schönes Kleidungsstück zu präsentieren. Der Umhang einer traditionellen Tracht fällt nämlich eigentlich deutlich größer aus, denn er sollte ja vor allem vor Wind und Wetter schützen. Auch der Hut der landestypischen Tracht ist viel zu klein geraten. Zur ursprünglichen Kleidung gehört eine große Kopfbedeckung, die den Nutzen hatte, ihren Träger vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.

Der Unterschied zwischen Traditions- und Vorzeigemodell zeigt sich auch in den Farben, die bei der traje tipico deutlich intensiver und auffälliger ausfallen.

Trachten der jüngeren Vergangenheit

Während es einst schwer war, an die passenden Materialien zur Fertigung seiner Tracht zu kommen, eröffnete sich mit Beginn des Seehandels eine völlig andere Welt. Schöne und nicht all zu teure Stoffe erreichten die Insel. Eine neue Epoche begann - ungeahnte Möglichkeiten eröffneten sich. Von nun an wurden schmückende und ausgefallene Trachten entworfen. Die Kleidung wurde reich verziert, um ihre Träger von ihrer schönsten Seite zu zeigen. Die Canarios waren begeistert, lebten sie doch vorher in Abgeschiedenheit und weit entfernt vom Rest unserer Welt. Von modischen Trends wussten die Einheimischen nichts. Kleidung war für sie kein Stilmittel zur Selbstverwirklichung, Kleidung diente dazu, den Körper vor Witterungseinflüssen zu schützen und musste vor allem praktisch, haltbar und kostengünstig sein. Die traditionellen Trachten sämtlicher Inseln des Archipels unterscheiden sich daher meist lediglich durch winzige Kleinigkeiten. 

Verpassen Sie es nicht, bei Ihrem nächsten Besuch auf Teneriffa eine traditionelle Veranstaltung zu besuchen. Erleben Sie selbst, mit wie viel Stolz die inseltypischen Trachten noch heute getragen werden. Vergessen Sie Ihre Kamera nicht: Teneriffas Trachten- und Folkloregruppen sind ein tolles Fotomotiv, das Sie nicht überall finden!

Das Team von Teneriffa-Ferienhaus wünscht Ihnen

eine gute Reise und eine unvergesslich schöne Zeit auf Teneriffa

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