Gofio: Wundermehl der Guanchen

Gofio - das Mehl der GuanchenAuch wenn die Geschichte der Guanchen längst der Vergangenheit angehört, in vielen kanarischen Küchen erwacht sie - zumindest ein Teil von ihr - täglich zu neuem Leben.

Gofio: Wundermehl der Guanchen

Zum Handwerk der Guanchen gehörte einst die Herstellung von Gofio – einem Mehl aus Gerste. Die Gerstenkörner wurden dazu in einer Tonschale (mithilfe der heißen Vulkanasche) geröstet. Die gerösteten Körner wurden zermahlen. Die Guanchen verwendeten dazu übrigens Handmühlen, die sie zuvor aus Lavasteinen angefertigt hatten. Mehr über die Guanchen erfahren Sie in unserem Reiseführer unter "Geschichte Teneriffa | Ursprung der Insel & die Ureinwohner"

Fertig war das Gofio-Mehl! 

Um es zu lagern, wurde das Mehl anschließend mit Wasser (manchmal auch mit Ziegenmilch) verknetet und in einen speziellen Lederbeutel gefüllt.

Später ging man dazu über, das Gerstenmehl auch aus andere Getreidesorten - wie zum Beispiel Mais und Hirse, Hafer oder Weizen - herzustellen. Auch Hülsenfrüchte (gerne Kichererbsen), Reis und verschiedenste Samen kamen zum Einsatz.

Gofio lies sich hervorragend lagern und es war ratsam, sich einem Vorrat für schlechte Zeiten anzulegen. Lange galt Gofio deshalb als „Essen der armen Leute“.

Zu gesunder Ernährung gehört Gofio

Zum Glück hat sich die Einstellung zum Gofio-Mehl und auch das Essverhalten der Menschen in der letzten Zeit geändert. Bewusstere Ernährung liegt im Trend. Und da Gofio reich an Vitaminen, Proteinen und Mineralien ist, Eisen, Kalzium, Magnesium und Zink enthält, ist es das ideale Produkt für alle, die sich gesund ernähren wollen.

Zudem kommt Gofio ohne Zusatzstoffe, Konservierungs- und Farbstoffe aus, was es zu einem wertvollen und bekömmlichen Nahrungsmittel macht.

Mehr als nur ein einfaches Mehl

Gofio lässt sich nicht nur hervorragend zum Kochen oder Backen verwendet, Gofio kann, so wie es ist, verzehrt werden – ohne, dass es vorher gebacken oder gekocht werden muss.

Auch in kanarischen Restaurantküchen erfreut sich Gofio größter Beliebtheit. Der Verarbeitung von Gofio sind kaum Grenzen gesetzt. Das Mehl kann sowohl zu einer deftigen Mahlzeit, als auch zu einer Süßspeise, die mit frischen Bananen besonders lecker schmeckt, verarbeitet werden.

Der hohe Stellenwert, den die Canarios ihrem Gofio zugestehen, lässt sich erahnen, wenn man eine Romeria besucht. Denn auf jeder Romeria, ganz gleich auf welcher Insel des Archipels, wird das besondere Mehl stets an die wartenden und begeisterten Zuschauer verteilt.

Gofio – stillt den Hunger und gibt Energie

Canarios, die zu einer längeren Wanderung aufbrechen, oder denen harte Arbeit auf ihren Feldern bevorsteht, haben stets einen Beutel mit Gofio bei sich. Das nahrhafte „Wundermehl“ macht satt und spendet Energie.

Kein Wunder, dass es auf der Inselgruppe gar ein Lied gibt, das sich allein um Gofio dreht:

"El zurrón del gofio yo lo traigo aqui, el que quiere el gofio tiene que pide am mi …"

Das alte Lied, das auf den Kanaren wohl jedes Kind kennt, erzählt davon, dass man sich mit dem, der einen Proviant-Beutel mit Gofio besitzt, stets gut stellen sollte.

Übrigens: Wer in seinem Urlaub auf Teneriffa Gofio-Produkte probieren möchte, sollte darauf achten, einheimische Produkte zu verwenden, die nicht industriell hergestellt wurden.

Wir wünschen guten Appetit und tolle Urlaubstage auf der Insel.

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