Ein echtes Abenteuer: Höhlenwandern auf Teneriffa

Wo könnte es schöner sein, eine Höhlenwanderung zu unternehmen, als auf Teneriffa? Entstanden durch Vulkanausbrüche (und Lava) findet der Betrachter hier eine einzigartige und bizarre Landschaft vor, die zweifelsohne zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Kanareninsel gehört. Unter der Oberfläche Teneriffas gibt es zahlreiche Höhlen, unterirdische Gänge führen Sie in (und durch) die kalte und dunkle „Unterwelt“ der sonst so warmen und sonnigen Insel. Spannend!

Caving auf Teneriffa

Was viele einst als Freizeitbeschäftigung ausübten, ist heute zu einer beliebten Extremsportart geworden. Aus Höhlenwandern wurde Caving – hört sich doch auch irgendwie besser an, oder? Beide Bezeichnungen meinen jedoch dasselbe: das Begehen von Höhlen. Das hört sich erst einmal einfach an, ist es aber nicht, denn beim Caving müssen Sie nicht nur in eine Höhle hinabsteigen, Sie müssen dabei Ihre Kletterkünste unter Beweis stellen, müssen kriechen und hin und wieder auch schon mal abtauchen. Ein tolles Training für alle, die nicht nur fit bleiben wollen, sondern gleichzeitig auch Ihren Gleichgewichts- und Orientierungssinn schulen wollen. Highlight einer Höhlenwanderung ist es für viele, die Nacht an einem finsteren, kühlen und entlegenem Ort zu verbringen. Bitte beachten: Denken Sie an Ihre Kondition. Caving ist anstrengend! Sie sollten – körperlich und psychisch - in einer guten Verfassung sein, bevor Sie sich in die Tiefen hinab wagen. Besser als sich allein auf den Weg zu machen, ist die Teilnahme an einer geführten Höhlenwanderung.

Teneriffa neu entdecken

Unter der Oberfläche der Vulkaninsel liegen nicht nur unzählige Höhlen und vulkanische Tunnel, im Untergrund stoßen Sie auch immer wieder auf sehenswerte Felsformationen. Entdecken Sie geheimnisvolle Wege durch die Dunkelheit – spüren Sie die Kälte auf Ihrer Haut. Wer weiß, vielleicht werden Sie bei Ihrem Abenteuer in der vulkanischen Unterwelt sogar zum Entdecker. Manch ein Höhlenwanderer ist bei seiner Tour durch den Untergrund schon auf Höhlen und Zugänge gestoßen, die vor ihm noch niemand betreten hatte. Aufregend, oder?

Denken Sie an Ihre Sicherheit

Wie bei jeder Sportart, sollte auch beim Caving Ihre Sicherheit an erster Stelle stehen:

  • Bevor Sie zu einer Höhlenwanderung aufbrechen, sollten Sie eine Ihnen nahestehende (und zuverlässige) Person über die geplante Tour informieren. Geben Sie an, wo Sie wandern werden und wann Sie zurückkommen werden. Für den Fall, dass Sie nicht rechtzeitig wiederkehren, sollten Sie festlegen, zu welchem Zeitpunkt die Höhlenrettung informiert werden soll. Der Richtwert liegt hier bei drei Stunden.
  • Achten Sie auf angemessene Kleidung und die richtige Ausrüstung. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Beschaffenheit der Höhle und über einen eventuell steigenden Wasserspiegel.
  • Beachten sie die Wettervorhersage.

Wichtig: Haben Sie die Höhle betreten, so stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Orientierung nicht verlieren und den Weg, den Sie gehen, auch wieder zurückfinden.

Wichtige Maßnahmen zum Naturschutz

Wenn Sie nun denken, die finsteren und dunklen Höhlen wären unbewohnt, dann irren Sie sich. Im den Höhlensystemen haben viele einzigartige, teils endemische (nur hier vorkommende) Wirbeltierarten ihre Heimat gefunden. Um die Bewohner von Teneriffas „Unterwelt“ zu schützen, war es nötig, den Zutritt zu einigen Höhlen der Insel - oder zumindest das Betreten einiger Höhlenabschnitte – zu verbieten. Eine gute Entscheidung! Nur so kann der Fortbestand der Höhlentiere gesichert werden. Halten Sie sich also bitte an die Naturschutzbestimmungen – Sie retten damit das Leben einiger bedrohter Tierarten.

Sind Sie in einer für Caving geöffneten Höhle unterwegs, dann denken Sie daran, dass Sie hier lediglich zu Gast sind. Vermeiden Sie es daher unbedingt, etwas zu zerstören, nehmen Sie nichts aus der Höhle mit, hinterlassen Sie dort keinen Müll und verletzen (oder töten) Sie um Himmelswillen keines der dort lebende Tiere.

Der längste Vulkantunnel von Europa

Im Nordwesten Teneriffas, in der Gemeinde Icod de los Vinos, können Sie zwar keine neue Höhle entdecken, doch Sie können hier die (mehr als beeindruckende) „Cueva del Viento“ - die Höhle des Windes - besuchen. Die spektakuläre Höhle ist nicht nur auf der Kanareninsel bekannt. Sie sorgte weit über die Grenzen Spaniens und Europas hinweg für Aufsehen, denn die gigantische „Cueva del Viento“ gilt als das fünftgrößte Höhlensystem auf unserer Welt. Doch damit nicht genug, denn sie ist zugleich auch der längste Vulkantunnel, der in Europa existiert. In der Höhle, deren Alter auf bis zu 30.000 Jahre geschätzt wird, befinden sich Gänge, die es auf eine Gesamtlänge von rund 17 Kilometer bringen. Eindrucksvoll! Übrigens: Die größten und tiefsten Höhlen unseres Planeten liegen unter Hawaii.

Gut zu wissen: Ihre Entstehung verdankt die Höhle einem gigantischen Lavastrom, dessen äußere Hülle sehr viel schneller abkühlte, als sein Kern. Ihren Namen erhielt die „Höhle des Windes“ übrigens, weil Ihre Einstiege (von denen bisher sieben entdeckt wurden) den Wind durch die verschiedenen Gänge pfeifen lassen.

Die gefallene Ziegenhirtin – eine Legende

Eigentlich klar, dass eine so spektakuläre Höhle zur Bildung von Sagen und Legenden beiträgt! So ist es nicht verwunderlich, dass man sich auf Teneriffa die folgende Geschichte erzählt, wenn es um die Entdeckung der „Cueva del Viento“ geht:

Vor langer Zeit soll hier eine Ziegenhirtin mit ihrer Herde unterwegs gewesen sein. Die Hirtin lief mit Ihren Tieren genau über der Höhle (die zu dieser Zeit noch niemand kannte) entlang. Plötzlich betrat Sie dabei eine Stelle, an der die Erdkruste sehr dünn war. Die Erde tat sich auf – die Hirtin und ihre Ziegen stürzten in die Tiefe. Das Loch, in das sie gefallen waren, soll – so besagt es die Legende - ganze 16 Meter tief gewesen sein. Einige andere Hirten, die den Vorfall aus der Nähe beobachtet hatten, waren in großer Sorge und eilten sogleich zu dem Erdloch. Zu ihrer Erleichterung sahen sie, dass weder der Frau noch ihrer Ziegenherde etwas zugestoßen war. Alle waren sanft gelandet und hatten den tiefen Fall unverletzt überstanden. Die Hirtin und ihre Herde wurden gerettet und gelten seither als die Entdecker der „Cueva del Viento“. Ob sich die Entdeckung der „Höhle des Windes“ tatsächlich so zugetragen hat? Wer weiß! 

Im Inneren der Höhle

Auch wenn die Höhle gigantische Ausmaße hat, so dürfen Sie als Besucher derzeit nur rund 180 Meter weit in die Höhle hinein gehen. Auch wenn das nicht all zu weit ist – es lohnt sich! Sie werden von einer unbeschreiblich schönen unterirdischen Naturlandschaft erwartet. Lassen Sie sich überraschen! Das Ökosystem der „Höhle des Windes“ ist sehr empfindlich, um es nicht zu zerstören, wird darauf geachtet, dass die tägliche Besucherzahl und Dauer der Führungen im Rahmen bleiben. Derzeit werden hier täglich vier Höhlenführungen angeboten, an denen jeweils nicht mehr als 16 Personen teilnehmen dürfen. Wollen Sie an einer der Führungen teilnehmen, so können Sie sich unter der Rufnummer: 0034 922 81 53 39 anmelden und sich einen Platz sichern.

In der „Cueva del Viento“ leben rund 190 verschiedene Tierarten. 15 davon wurden erstmals in der „Höhle des Windes“ entdeckt.

Wichtig: Die Wanderung durch die Höhle ist kein Spaziergang! Achten Sie auf angemessene Kleidung: tragen Sie eine lange Hose und feste Schuhe. Wie in jeder Höhle, ist es auch in der „Cueva del Viento“ teils sehr eng. Leiden Sie unter Platzangst, so ist dieses Abenteuer vielleicht nicht für Sie geeignet. Wägen Sie ab und denken Sie vorrangig an Ihr Wohlbefinden! Das gilt auch für all diejenigen unter Ihnen, die Höhenangst haben oder sich in der Dunkelheit fürchten. Es gibt auf Teneriffa zahlreiche andere Aktivitäten, denen sie nachgehen können.

Auch von einer Höhlenwanderung mit kleineren Kindern ist abzuraten.

Unser Tipp:

Besuchen Sie die Eishöhle im Teide Nationalpark. Die „Cueva de Hielo“ liegt ganze 3.300 Meter über dem Meeresspiegel. In der Höhle finden Sie – ganz gleich, wie heiß es draußen ist - einen zugefrorenen See. Sehenswert sind die zahlreichen Eiszapfen. Die einzigartige Höhle, die nur rund 55 Quadratmeter groß ist, ist für Besucher geöffnet. Übrigens: Früher wurde das Eis der Höhle abgeschlagen, um es dann in den heißen Küstenorten der Insel zum Verkauf anzubieten.

Sie wollen lieber allein zu einer Höhlenwanderung aufbrechen?

Wenn geführte Höhlenwanderungen nichts für Sie sind – und Sie lieber auf eigene Faust zum Caving aufbrechen wollen - dann gilt es einiges zu bedenken! Planen Sie Ihre Tour sorgfältig und informieren Sie sich über die Höhle, die Sie ausgewählt haben.

Machen Sie sich niemals ganz alleine auf den Weg in eine Höhle - würde Ihnen etwas passieren, wären Sie sich selbst überlassen. Stellen Sie eine Gruppe zusammen, die aus mindestens drei Personen besteht, so ist immer jemand da, der im Notfall Hilfe holen kann!

  • Klären Sie, ob die Höhle freigegeben ist oder unter Naturschutz steht. Im Zweifelsfall sollten Sie sich eine Genehmigung besorgen.
  • Ideal ist es, wenn Sie einen Plan der Höhle haben. Höhlensysteme sind meist weit verzweigt - oft ist es schwer, sich zu orientieren.
  • Wie sieht es mit dem Zugang zur Höhle aus? Ist der Einstieg einfach zu erreichen oder wird es schwer werden, in die Höhle zu gelangen? Müssen Sie klettern oder es vielleicht sogar nötig, sich abzuseilen?
  • Bringen Sie in Erfahrung, ob Sie mit Gefahren wie zum Beispiel Steinschlägen, Wasserzuflüssen oder unterirdische Seen rechnen müssen.
  • Bringen Sie die GPS-Koordinaten der Höhle in Erfahrung.

Haben Sie alle wichtigen Informationen zusammengetragen? Super! Dann fehlt Ihnen jetzt nur noch die erforderliche Ausrüstung:

  • An erster Stelle steht natürlich eine gute Kletterausrüstung. Sie benötigen hochwertige Seile, Gurte und Verankerungen. Sparen sie nicht am verkehrten Ende, schließlich geht es um Ihre Sicherheit!
  • Besorgen Sie sich einen geeigneten Rucksack um Getränke und Essen zu transportieren. Denken Sie an eine Notration!
  • Stellen Sie – vorzugsweise gemeinsam mit Ihrem Arzt - eine Notfallapotheke zusammen. Ab in den Rucksack damit!
  •  Wenn noch nicht vorhanden, dann besorgen Sie sich angemessene Bekleidung – wasserdichte Outdoor-Kleidung, die aus mehreren Schichten besteht, ist ideal. In der Höhle werden Sie Feuchtigkeit und Kälte ausgesetzt sein.
  • Um sich nicht in der Dunkelheit der Höhle zu verirren, müssen Sie selbstverständlich auch für Licht sorgen! Besorgen Sie sich eine gute Stirnlampe. Ersatzbatterien (oder Akkus zum Austausch) nicht vergessen!
  • Auch wenn viele es für unpraktisch und unschön halten - ein Helm kann Leben retten!

Wer möchte – und noch ausreichend Platz in seinem Rucksack hat – der sollte sich Kleidung zum Wechseln einpacken.

  • Legen Sie während Ihrer Höhlenwanderung unbedingt genug Pausen ein, damit Ihr Körper sich von den Anstrengungen erholen kann. Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, sonst besteht die Gefahr, dass Sie dehydrieren. Vergessen Sie nicht, hin und wieder etwas zu essen – Sie brauchen die Energie!

Am Ende der Tour, wenn sie wohlbehalten aus der Höhle zurückgekehrt sind, sollten Sie unbedingt jemanden benachrichtigen. Sie erinnern sich? Richtig! Melden Sie sich bei der Person, die im Fall der Fälle, die Höhlenrettung alarmiert hätte.

Auf ins Abenteuer!

Sie haben Urlaub? Wir haben Ihre Unterkunft! Ob Ferienhaus, Finca oder Apartment, bei uns finden Sie die schönsten Unterkünfte Teneriffas. Schauen Sie sich einfach einmal auf unserer Website um. Alle privaten Unterkünfte aus unserem Angebot sind bestens beschrieben und mit zahlreichen Fotos versehen.

Worauf warten Sie noch? Packen Sie Ihre Sachen und machen Sie sich auf den Weg. Teneriffa erwartet Sie! Erkunden Sie die Insel und erleben Sie Ihr ganz persönliches Abenteuer in der Natur.

Wir wünschen Ihnen einen interessanten Urlaub!

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